Perfektionismus kann ein echter Motivationskiller sein – besonders, wenn man ADHS hat. Wer kennt es nicht? Eine Aufgabe ist fast fertig, doch plötzlich ist die Luft raus. Kein Antrieb mehr, kein Interesse mehr. Das Dopamin ist weg. Die Folge? Halb angefangene Projekte stapeln sich, und das schlechte Gewissen wächst. Doch es gibt eine Lösung: Sich von Perfektionismus verabschieden und stattdessen das Pareto-Prinzip nutzen! Hier erfährst du, warum 80 % oft besser sind als 100 % und wie du dir das Leben leichter machen kannst.
Warum Perfektionismus überbewertet ist
Perfektionismus klingt erstmal wie eine lobenswerte Eigenschaft. Wer will nicht seine Aufgaben perfekt erledigen? Doch für neurodivergente Menschen kann Perfektionismus schnell zur Falle werden. Denn wenn der Anspruch zu hoch ist, wird der Anfang schwer – und das Ende noch schwerer.
Ich selbst habe mich jahrelang gequält, weil mir ständig die Lust ausging, wenn eine Aufgabe fast fertig war. Einfach so, ohne Vorwarnung. Ein Buch zu 90 % geschrieben? Bleibt unvollendet. Wohnung fast komplett aufgeräumt? Der letzte Stapel Wäsche liegt drei Wochen rum. Es hat gedauert, aber irgendwann habe ich gelernt: Fertig ist besser als perfekt.
Das Pareto-Prinzip: Warum 80 % oft völlig ausreichen
Das Pareto-Prinzip besagt, dass 20 % des Aufwands oft schon 80 % des Ergebnisses bringen. Heißt: Man kann sich mit den letzten 20 % unglaublich aufhalten – oder einfach zufrieden sein, wenn etwas „gut genug“ ist.
Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ich digitalisiere gerade alle meine Unterlagen. Früher hätte ich darauf bestanden, jedes Dokument einzeln zu benennen und perfekt zu sortieren. Jetzt? Alte Versicherungen kommen in ein einziges Dokument, ohne überflüssigen Perfektionismus. Das spart Zeit, Energie und Nerven. Und das Beste: Es funktioniert trotzdem!
Strategien gegen Perfektionismus
Du willst den Druck rausnehmen, Dinge perfekt erledigen zu müssen? Diese Strategien können helfen:
- Body-Doubling: Arbeiten in Gesellschaft kann Wunder wirken. Eine zweite Person (vor Ort oder per Video) hilft dir, konzentriert zu bleiben und Dinge abzuschließen.
- Accountability-Buddy: Jemanden bitten, nach deinem Fortschritt zu fragen. Oft reicht es schon, jemandem zu erzählen, dass man etwas erledigen will – plötzlich fühlt man sich motivierter.
- Goblin-Tools: Diese geniale App hilft dir, große Aufgaben in Minischritte zu zerlegen. Besonders hilfreich, wenn du dazu neigst, den Überblick zu verlieren. (Danke an Lisa für den Tipp!)
- Akzeptanz statt Selbstvorwürfe: Es ist okay, wenn etwas nicht perfekt ist. Das bedeutet nicht, dass du faul oder unfähig bist – es bedeutet nur, dass du Mensch bist.

Gefällt dir die Grafik? Speicher sie dir auf Pinterest oder teile sie mit jemandem, der Perfektionismus auch endlich loslassen möchte! Wenn du sie auf deiner Seite nutzen möchtest, freue ich mich über eine Verlinkung zu diesem Beitrag.
Perfektionismus ist ein Marathon, kein Sprint
Perfektionismus abzulegen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Manche Tage sind besser, manche schlechter – und das ist völlig in Ordnung.
Wenn du nach weiteren Strategien suchst, um dich an schwierigen Tagen zu motivieren, dann schau doch mal hier vorbei: 5 Strategien für ADHS & Autismus: Motivation finden an schwierigen Tagen
Deine Challenge: Unperfekt sein!
Wo kannst du heute bewusst weniger perfekt sein? Vielleicht eine Aufgabe unperfekt abschließen? Einen unfertigen Text veröffentlichen? Oder einfach akzeptieren, dass „gut genug“ oft völlig ausreicht? Schreib es in die Kommentare!
Key Takeaways 🗝️
1. Perfektionismus loslassen bedeutet nicht, gleichgültig zu sein.
Es geht darum, unrealistische Ansprüche zu erkennen – und bewusst durch realistische, mitfühlende Erwartungen zu ersetzen.
2. Viele neurodivergente Menschen entwickeln Perfektionismus als Schutzstrategie.
Hinter dem Wunsch, „alles richtig“ zu machen, stecken oft Erfahrungen mit Kritik, Missverständnissen oder Reizüberflutung.
3. „Ganz oder gar nicht“-Denken ist ein häufiger Stolperstein.
Beim Perfektionismus loslassen hilft es, das Schwarz-Weiß-Denken aufzubrechen und Zwischentöne bewusst wahrzunehmen.
4. Selbstmitgefühl statt Selbstoptimierung.
Freundlichkeit mit sich selbst ist kein Luxus, sondern essenziell, um langfristig mit der eigenen Energie gut hauszuhalten.
5. Strategien gegen Perfektionismus müssen individuell sein.
Reflexionsfragen, realistische Zielsetzung und „gut genug“-Checklisten unterstützen dabei, den eigenen Weg zu finden.
6. Auch kleine Schritte sind Fortschritt.
Beim Perfektionismus loslassen zählt nicht das Tempo, sondern die Richtung. Jeder Versuch, loszulassen, ist bereits ein Zeichen von Veränderung.
7. Fazit: Perfektionismus loslassen heißt, sich selbst zu erlauben, Mensch zu sein.
Mit Ecken, mit Pausen, mit Fehlern – und vor allem mit Würde.
Kurz & wichtig: Kein Ersatz für Therapie!
Ich teile hier Erfahrungen, Ideen und Tools, die dir den Alltag erleichtern können – vor allem bei ADHS, Autismus und Co.
Aber: Ich bin keine Therapeutin, Ärztin oder Fachperson. Meine Inhalte und Beratungen ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Haftungsausschluss (Disclaimer)
Wenn du in einer akuten Krise steckst oder professionelle Hilfe brauchst, wende dich bitte an Fachleute oder eine passende Anlaufstelle. Einige Hilfsangebote findest du hier.
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